Unser Konzept

TAN - DEM

Neuausrichtung der ambulanten Pflege

Grundfragen und Ziele des neuen Pflegekonzeptes

Der Hilfebedürftige:

Jeder Mensch, mit oder ohne Demenz, mit geringem oder hohem Hilfebedarf möchte in seiner ganzen Lebenswirklichkeit und seinem ganzen Mensch-Sein gesehen werden.

Gerade die sozialen und emotionalen Bedürfnisse sind entscheidend für die Lebensqualität jedes Menschen.

Wiedererlangung, Erhalt und Schutz der Selbstständigkeit und Selbstbestimmung auch bei abnehmenden körperlichen und geistigen Kräften sind eines der höchsten Güter unserer humanistischen Gesellschaft.

Selbstbestimmung beinhaltet das Risiko des Scheiterns und das Recht darauf, dieses Risiko einzugehen.

Die Aufgabe der professionellen Kräfte ist es, Prozesse zu begleiten und sie nicht zu bestimmen.

Die Pflegekraft muss sich in diesem Kontext neu definieren.

Sie muss verstehen, dass sie die Bedürfnisse nicht gänzlich abdecken aber erkennen muss.

Ihre Aufgabe besteht darin, die sozialen, gesellschaftlichen und therapeutischen Ressourcen zu heben, zu nutzen, zu vernetzen und verbindlich zu begleiten.

Die Umwelt:

Unser Unternehmen setzt auf umweltfreundliche Mobilität mit Elektrofahrrädern und kleinen Elektroautos.

Außerdem sparen wir Fahrwege ein durch die Beschränkung der Pflegeteams auf jeweiligen Stadtteil.

In der Dokumentation setzen wir auf digitale Programme, um Papieraufkommen zu vermeiden.

Persönliche Bindung sowie soziale Bedürfnisse und Ressourcen:

Eine Bezugspflegekraft ist Rund-um-die-Uhr für den Hilfebedürftigen erreichbar, koordiniert den gesamten Prozess und ist Schnittstelle eines Unterstützungsnetzwerkes, das die Bezugspflegekraft um den Hilfebedürftigen herum pflegt.

In diesem Zusammenhang
sind folgende Fragen zu stellen:

Welche Aufgabe kann und will die Familie übernehmen?

Gibt es Freunde, die unterstützten möchten?

Inwieweit lässt sich die Nachbarschaft mobilisieren?

Was ist mit der Gemeinde, dem Seniorenkreis und anderen sozialen Angeboten?

Gibt es jemanden, der bereit ist, die Seniorin/den Senioren abzuholen und wieder nach Hause zu bringen?

Welche Unterstützung brauchen die jeweiligen Helfer, um angstfrei eine Aufgabe bei der Unterstützung des Hilfebedürftigen zu übernehmen?

Andere Projekte (Klaus Dörner / Gütersloh) haben gezeigt, dass sich bei entsprechendem Einsatz überraschend viele soziale Ressourcen heben lassen.

 

Die Aufgabe der Bezugspflegekraft ist es hierbei, Bindung, Vertrauen und Sicherheit zu schaffen.

Wiederherstellung größtmöglicher Selbstständigkeit im eigenen Zuhause durch ambulant organisierte Rehabilitation:

Stationäre Rehabilitationsmaßnahmen sind für Senioren, besonders bei einer dementieren Entwicklung selten erfolgversprechend.

Eine fremde Umgebung verstört eher, als dass sie stabilisiert.

Nach einem Krankenhausaufenthalt ist oft schwer zu beurteilen, ob es einem älteren Menschen wieder gelingt, in der eigenen Häuslichkeit zurechtzukommen.

Hier wird im Zweifel in Deutschland schnell die stationäre Unterbringung in einem Alten- und Pflegeheim in die Wege geleitet, um mögliche Risiken zu vermeiden.

Der Hilfebedürftige hat jedoch ein Recht darauf, den Versuch zu unternehmen, sich im eigenen Zuhause wieder zurechtzufinden.

Eine intensiv begleitete praxisnahe, zielorientierte und unter den Akteuren (Bezugspflegekraft / Pflegeberaterin / Ärzte / Physiotherapeuten / Ergotherapeuten / Angehörigen / Freunden / Nachbarn) abgestimmte Rehabilitation gerade in der ersten sensiblen Phase könnte die Zahl der Heimunterbringungen enorm reduzieren.

Dies zeigen Ansätze aus den skandinavischen Ländern, bei der die Zahl der Heimunterbringungen um bis zu 60% reduziert werden konnte.

Dies entspricht nicht nur dem politischen Willen (Ambulant vor Stationär), sondern dem Willen der allermeisten Menschen in der vierten Lebensphase, solange sie sozial eingebunden sind.

 

Die Aufgabe der Pflegekraft ist hierbei, eine umfassende Überleitung zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer gesundheitlichen Krise zu organisieren.

Dies beinhaltet folgende Aufgaben:

  • Besuch des Hilfebedürftigen im Krankenhaus oder zu Hause. Hierbei geht es darum, sich ein Bild der Fähigkeiten, Einschränkungen und Potenziale zu machen.

  • Gespräch mit Angehörigen, Nachbarn und Helfern, um die sozialen Ressourcen.

Im Umfeld des Hilfebedürftigen und deren Unterstützungsbedarf zu erfassen.

  • Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt und den Therapeuten, um einen reibungslosen, begleiteten Übergang in die Häuslichkeit zu ermöglichen.

  • Netzwerkaufbau: Verbindung aller an der Unterstützung, Therapie und Pflege beteiligen durch eine App, die geplante Besuche, Veränderungen und Therapieziele an alle Akteure kommuniziert.

Der Hilfebedürftige erfährt Sicherheit und Verlässlichkeit, weil das gesamte soziale Netz der Menschen um ihn herum um seine Belange um einander wissen.

Selbstbestimmung als oberstes Gut:

Der Hilfebedürftige entscheidet selbst und täglich neu in Absprache mit der Pflegekraft, was er an Unterstützung braucht.

Er setzt die Prioritäten selbst.

Sein Wunsch, in der eigenen Häuslichkeit zu leben wird unbedingt respektiert.

Die Pflegekraft klärt über die Möglichkeiten, Risiken in der spezifischen Pflegesituation auf und erläutert geeignete Hilfe- und Therapiemöglichkeiten.

Kundenakquise:

Durch die etablierte Stellung der Seniorenwohngemeinschaft St. Jürgen in Lübeck, lassen sich bereits bestehende Kontakte zu Ärzten, Sozialdiensten der Krankenhäuser, Pflegestützpunkten und therapeutischen Kooperationspartnern gezielt nutzen.

Das Erstellen einer Internetseite, eines Faltblattes, Einträge ins Telefonbuch und die Suchmaschinen für die Interneteinträge sind genauso unerlässlich wie eine aktuelle Pressemitteilung an die Regionalpresse, die mit Sicherheit Resonanz erzeugt.

Die Kosten hierfür sowie die Rechtsform und Finanzierung werden in einem separaten Finanzplan aufgeschlüsselt.

 

Kalkhorst, den 12. Januar 2020

Erstellt von Suzanne Reköndt